Le Mans Series: Europa-Premiere des Porsche RS Spyder

Beim offiziellen Saisontest der Le Mans Series (LMS) feierte der Porsche RS Spyder in Le Castellet (Frankreich) seine Europa-Premiere. Dabei trafen die beiden Sportprototypen der Teams Essex (Dänemark) und Van Merksteijn Motorsport (Niederlande) erstmals auf ihre Konkurrenz in der hart umkämpften LMP2-Klasse. Das Schweizer Team Horag Racing fehlte beim Test: Es ist bereits in Florida, um am 15. März beim 12-Stunden-Klassiker von Sebring anzutreten. In Südfrankreich ging es für Teams und Fahrer vor allem darum, sich mit dem neuen Sportprototypen vertraut zu machen. Beide Rennteams betreten mit dem RS Spyder Neuland.

Im Porsche RS Spyder des niederländischen Teams wechselt sich in der Saison 2008 ein hochkarätiges Fahrer-Trio ab. Neben Teameigner Peter van Merksteijn und dem Ex-DTM-Piloten Jeroen Bleekemolen startet Jos Verstappen in der LMS. Der ehemalige Formel-1-Fahrer, der zuletzt zwei Jahre pausierte, ist schlicht begeistert von dem 476 PS starken Sportprototypen: „Der Spyder hat wahnsinnig viel Grip in den schnellen Kurven, ist sehr stabil beim Bremen und hat keinerlei technische Probleme bereitet. Er ist einfach ein sehr gutes Rennauto. Und es macht daher richtig Spaß, dieses Auto zu fahren.“

Auch das dänische Team Essex geht mit bekannt schnellen Piloten ins Rennen. John Nielsen hat vor allem mit Sportwagen Erfolge gefeiert. Er war Sportwagen-Weltmeister und gewann unter anderem die 24 Stunden von Le Mans (1990). Nielsen fungiert als Teammanager und Fahrer in Personalunion. Casper Elgaard, der zweite Essex-Pilot, ist mehrmaliger Dänischer Tourenwagenmeister. Neben den Abstimmungsarbeiten auf der Rennstrecke bereitete sich das Team bereits mit zahlreichen Boxenstopps auf die Saison vor. John Nielsen: „Gute Boxenstopps können ein Rennen entscheiden, also haben wir das hier in der engen Boxengasse unter Stressbedingungen getestet. Meine Jungs sind sehr ehrgeizig: Sie wollen die Besten beim Boxenstopp werden.“

Auch die Porsche Teams der seriennahen GT2-Klasse nutzten mit dem Porsche 911 GT3 RSR den Test. Für das Team IMSA Performance Matmut waren Werksfahrer Richard Lietz (Österreich) und sein französischer Teamkollege Raymond Narac in Le Castellet. Für das deutsche Team Felbermayr-Proton testeten Porsche Werksfahrer Marc Lieb, 2007 Sieger des 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife, und der Australier Alex Davison.

Auf dem Terminkalender der LMS stehen 2008 fünf 1.000-Kilometer-Rennen auf europäischen Traditionsrennstrecken wie Spa-Francorchamps, Monza oder dem Nürburgring. Außerdem nehmen die Teams Essex und VM Motorsport beim Sportwagen-Highlight in Le Mans am 14./15. Juni teil. Das erste Rennen der Le Mans Series findet am 6. April in Barcelona (Spanien) statt.

Daten und Fakten

Das ist die Le Mans Series

Die 2004 erstmals ausgetragene Le Mans Series (LMS) bietet den Fans spannenden Sportwagensport. Das Reglement basiert auf dem Regelwerk der 24 Stunden von Le Mans. In dieser Saison werden fünf Wertungsläufe auf Traditionsrennstrecken in Europa gefahren. Die Rennen gehen über die Distanz von 1.000 Kilometern. Die LMS ist das europäische Gegenstück zur American Le Mans Series (ALMS) in den USA und Kanada.

Das Starterfeld bilden zwei unterschiedliche Sportfahrzeug-Kategorien: Sportprototypen und Seriensportwagen. Sie sind in vier Klassen eingeteilt:

Klasse LMP1: Sportprototypen mit bis zu 750 PS und einem Mindestgewicht von 900 Kilogramm (in der ALMS: 750 PS/925 Kilogramm).
Klasse LMP2: Sportprototypen mit rund 475 PS und 825 Kilogramm Mindestgewicht (in der ALMS: 475 PS/800 Kilogramm). In dieser Klasse startet der Porsche RS Spyder.
Klasse GT1: Stark modifizierte Seriensportwagen mit bis zu 650 PS und einem Mindestgewicht von 1.125 – 1.325 Kilogramm (in der ALMS: 650 PS/1.125 – 1.325 Kilogramm).
Klasse GT2: Leicht modifizierte Seriensportwagen mit 450 bis 470 PS und einem Mindestgewicht von 1.125 – 1.325 Kilogramm (in der ALMS: 450 bis 470 PS/1.125 – 1.325 Kilogramm). In dieser Klasse ist der Porsche 911 GT3 RSR am Start.

Alle Rennwagen starten gleichzeitig, werden aber nach Klassen getrennt gewertet. Dieses System sorgt für abwechslungsreiche und spannende Rennen mit vielen Überholmanövern. Punkte gibt es nur für die Platzierung in der jeweiligen Klasse. Meistertitel werden in allen vier Klassen für Fahrer, Hersteller und Teams vergeben. Porsche-Werksfahrer Marc Lieb gewann 2005 und 2006 den Fahrertitel in der Klasse GT2.

Der RS Spyder ist in dieser Saison erstmals in der Le Mans Series am Start.

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